Praxisbeispiele

Vor jedem Beratungseinsatz steht das Gespräch:

Welche Kommunen und zu welchen Themenbereichen haben wir schon beraten?

Bisher haben Dialogforen in über zwanzig Kommunen stattgefunden. Dabei äußerten die Kommunen unterschiedliche Bedarfe. In einer Stadt war es der Wunsch, ein Stadtfest internationaler zu gestalten. Eine andere Kommune beschäftigte die Frage, wie sie bei einem etablierten Fest migrantische Vereine stärker für Themen wie Müllvermeidung sensibilisieren könne, und eine dritte Kommune wünschte sich eine höhere aktive Beteiligung von Menschen aus dem Globalen Süden bei Veranstaltungen, in den es um die Entwicklungspolitik in diesen Regionen geht. Auch der Wunsch, Geflüchtete und Engagierte stärker für Eine-Welt-Themen zu sensibilisieren und die Zusammenhänge zwischen Migration, Fluchtursachen und globalen Themen besser zu verstehen, wurde und wird immer wieder geäußert.

In Köln fand ein erstes Dialogforum im April 2015 statt. Ein weiteres Dialogforum folgte kurz danach. Köln ist im Bereich der interkulturellen Öffnung kommunaler Entwicklungspolitik ein Vorreiter und hat 2014 den 1. Preis des SKEW-Wettbewerbs „Kommune bewegt Welt“ gewonnen. Obwohl schon sehr viel in Köln passiert und migrantische Organisationen entwicklungspolitisch aktiv sind, konnte sich das Büro für Internationale Angelegenheiten weitere Bereiche vorstellen, in denen eine Begleitung durch MiGlobe die Akteurskreise erweitern kann. So wurde überlegt, wie die Partizipation von Geflüchteten bei einer geplanten Veranstaltung realisiert werden könne. Da eine MiGlobe-Beraterin zu dem Zeitpunkt hauptamtlich in der Flüchtlingsarbeit tätig war, sah das Büro für Internationale Angelegenheiten das Potential und beantragte einen Beratungseinsatz bei der SKEW. Daraufhin wurden zwei MiGlobe-Berater in die konkreten Vorbereitungen der Veranstaltung „Flüchtlinge und Entwicklungszuammmenarbeit“ eingebunden.

Am ersten Dialogforum in Dortmund nahmen gleich mehrere entwicklungspolitische Akteure teil: Neben Vertreterinnen und Vertretern der Stadt und vier Mitgliedern des MiGlobe-Beraterpools waren auch Vertreterinnen und Vertreter des Informationszentrums Dritte Welt sowie der migrantischen Organisation Wali-Aktiv zu der Gesprächsrunde eingeladen. Beim ersten Treffen ging es in erster Linie um ein gegenseitiges Kennenlernen der Akteure und ihrer Projekte. Erste Möglichkeiten, wie MiGlobe dazu beitragen könnte, migrantische Akteure stärker in das Aktionsbündnis zum Fairen Handel einzubinden, wurden diskutiert. Es wurde festgestellt/festgehalten, dass es dasAgendabüro der Stadt begrüßen würde , wenn bei politischen Veranstaltungen zu Themen, die Länder des Globalen Südens betreffen, auch immer Menschen aus jeweiligen Ländern zu Wort kommen. MiGlobe könnte Kontakte zu Schlüsselpersonen herstellen. Nach dem ersten Treffen stand fest, dass die Stadt Dortmund an weiteren Treffen mit einem erweiterten Kreis von Eingeladenen interessiert war. Daher fand wenige Monate später ein zweites Dialogforum statt, bei dem die Ideen aus dem ersten Treffen vertieft wurden. Die Stadt Dortmund wünschte sich, die verschiedenen Netzwerke im Sinne einer inklusiven Stadtgesellschaft besser kennen zu lernen und sie für die gegenseitige Vernetzung zu öffnen. Gleichzeitig wurde überlegt, wie die Berater aus dem Pool eine von der Stadt Dortmund initiierte Veranstaltungsreihe zu den SDGs begleiten und unterstützen könnten. Aus diesen Fragestellungen wurde ein konkreter Beratungsauftrag.

Das Agendabüro der Stadt Solingen lud erstmals im April 2016 zu einem Dialogforum ein. Die Motivation der Stadtverwaltung war der Wunsch, Prozesse im Gesamtkontext zu betrachten und die Menschen vor Ort stärker in nachhaltige Prozesse einzubinden. Da das alljährliche Stadtfest „Leben braucht Vielfalt“ im Herbst anstand, wollte die Stadtverwaltung schon frühzeitig Überlegungen anstellen, wie die zahlreichen Solinger Vereine, die zum Gelingen des Fests beitragen, für mehr Umweltbewusstsein gewonnen werden könnten. Denn ein Problem des Fests war bisher immer das große Müllaufkommen. Es folgte eine zweite Einladung zum Dialog, bei der Vertreterinnen der Stadt und zwei Beraterinnen überlegten, wie MiGlobe unterstützen könnte. Daraufhin stellte die Stadt Solingen einen Beratungsauftrag bei der SKEW.

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